Kooperatives Testplanungsverfahren | Auftraggeber: Metropolitankonferenz Zürich | 2010-2011

Metrobild Zürich mit durch die Gemeinsamen Güter begrenzten Randzonen

Metrobild Zürich mit durch die Gemeinsamen Güter begrenzten Randzonen

 

berchtoldkrass space&options wurden im August 2010 von der Metropolitankonferenz Zürich ausgewählt , im kooperativen, diskursiven Testplanungsverfahren ein zukünftiges, langfristiges Bild des Metropolitanraums Zürich zu entwickeln. Wir freuen uns, das Projekt zusammen mit studio uc Klaus Overmeyer, Berlin, und integral ruedi baur, Zürich, zu bearbeiten. Weitere Teilnehmer des Verfahrens sind yellowZ architecture urbanism und hosoyaschaefer architects.

 

Das Konzept: Ein Ganzes aus der Vielfalt der Teilräume

Die räumliche Vielfalt des Metroraums ist eine der herausragenden Qualitäten des Metroraums: Teilräume mit unterschiedlichsten Charakteren und Begabungen liegen dicht beieinander. Diese Vielfalt in all ihren Facetten wird weiterentwickelt und in einem Zukunftsbild der Region sichtbar gemacht. Das Metrobild zeigt die wesentlichen zukünftigen Merkmale der Region.

 

Die Teilräume können jedoch nicht separat als autarke Zellen verstanden werden! Sie stehen in unterschiedlichen Abhängigkeiten zueinander und sind Teile des großen Ganzen, des Metroraums. Sie teilen die gemeinsamen Güter, die den Metroraum zusammenhalten und ohne die die Region nicht zukunftsfähig wäre.

 

Es wurden Teilräume identifiziert, die hinsichtlich ihres Erscheinungsbildes, ihrer Identität, Funktionsweise und Eigenschaften, der Landschafts- und Siedlungsstruktur, der einwirkendenden Kräfte und einer Aufgabenübernahme im Gesamtbild eine starke Zusammengehörigkeit aufweisen und die als zusammengehörig wahrgenommen werden können. Jeder Teilraum besitzt, ähnlich einem genetische Code, eine morphologische Grundanlage, die ihn identifizierbar macht und für bestimmte zukünftige Entwicklungen besonders befähigt, oder deren Besonderheiten es wegen ihrer herausragenden Bedeutung für den Gesamtraum zukünftig zu schützen gilt.

 

Bei der Entwicklung des Bildes geht es weniger um eine präzise Umsetzung von Prognosen. Vielmehr steht die Entwicklung eines robusten Grundregelwerks im Vordergrund, das morphologische und qualitative Ziele formuliert, die mit unterschiedlichen Wachstumsszenarien erreicht werden können. Somit kann das Bild als eine grafische Umsetzung dieser Grundregeln gelesen werden (im Sinne von „grafischen Regeln für räumliche Prozesse“).

 

Die Rolle des Bildes

- Den Metroraum neu sehen: Das Bild soll anregen, bisher Unentdecktes im Raum zu sehen. („So habe ich das noch nicht gesehen!“)

- Den Raum über administrative Grenzen hinweg sichtbar machen: Bei der Bildentwicklung werden administrative Grenzen bewusst ausgeblendet, um die räumlichen Zusammenhänge in den Fokus zu rücken. Am Ende werden diese wieder dazu geschaltet.

- Die Morphologie des Raumes lesen: Entdecken der morphologischen Grundanlage der Teilräume (Genetischer Code, Identität, Charakter) >> Das Bild als „morphologischer Begleitplan“

- Kommunikations- und Verständigungsplattform: Im Metrobild können Figuren wie das „Seepferdchen“, der „Drache“ oder andere Formen im Raum gelesen werden. Dieser spielerische Zugang verschafft neue Sichtweisen auf den vielen Beteiligten schon bekannten Raum und erleichtert die Verständigung über Ansätze der Raumentwicklung, da nicht sofort besetzte Eigennamen angesprochen werden oder Territorien im Fokus stehen, sondern das Sehen und die Ideenentwicklung in den Vordergrund treten.

„Prägnante Gestalten“: Teilraumkatalog

 

Lesehilfe

Das Bild beinhaltet eine gewisse Vereinfachung und Überzeichnung der Teilraumcharaktere um die Prägnanz einzelner räumlicher Eigenschaften herauszuheben. Zugleich wohnt der Darstellung eine gewisse Unschärfe inne, die Raum schafft für Interpretationen und die Kreativität anregt.

Dem Bild liegt bewusst keine Legende zugrunde, so dass die Farben nicht mit einer fixen Funktion belegt sind. Vielmehr heben sie die Zusammengehörigkeit und das Grundregelwerk eines Teilraums heraus und lassen dabei trotzdem Assoziationen zu den beiden Polen Stadt und Landschaft zu.

 

02_planen_gestaltend_wie_tangram03_vielfalt_aus_wiederkehrenden_elementen04_komposition_konfiguration05_den_raum_lesen06_identitaeten_entdecken07_metrobild_vielfalt_kultivieren08_lese_und_interpretationshilfe09_lesehilfe_zoom_110_lesehilfe_zoom_211_lesehilfe_zoom_312_lesehilfe_zoom_413_lesehilfe_zoom_514_lesehilfe_zoom_615_kernraum_metrobild16_ränder_metrobild17_vielfalt_kultivieren18_wetterkarte_+_119_metrobild_mit_kantonsgrenzen20_metrobild_kanton_zürich21_metrobild_kanton_aargau22_metrobild_mit_gemeindegrenzen23_der_prozess24_steckbriefe_teilräume25_steckbriefe_zoom_126_steckbriefe_zoom_227_steckbriefe_zoom_3

 

Mit der Testplanung möchte der Verein Metropolitanraum Zürich einen ersten Ausdruck von einer räumlichen Entwicklungsvision für den Metropolitanraum Zürich erhalten. An diesem "Metrobild" sollen sich räumliche Konzepte für die mittel- und langfristige qualitative und quantitative Entwicklung des Metropolitanraums ausrichten. Im Anschluss an die Testplanung soll aus den Ergebnissen ein Synthese-Bild erstellt werden. Dieses Bild soll dem gemeinsamen Verständnis der Kantone, Städte und Gemeinden für die funktional-räumlichen Qualitäten und deren Verteilung im Metropolitanraum Zürich dienen. Aus diesem erarbeiten sie in einem längerfristigen Prozess ein konkretes räumliches Konzept für die künftige Siedlungs- und Verkehrsentwicklung und für strategisch wichtige Entwicklungsräume.

 

Weitere Informationen unter: http://www.metropolitanraum-zuerich.ch

 

01.07.2011 | 16:40:13 | mb