berchtoldkrass: Klimaanpassungskonzept H1

Klimaanpassungskonzept H1
Würzburg-Heuchelhof, Deutschland

Eckdaten anzeigen
Auftraggeber:innen
Stadt Würzburg
Stadtplanung - Fachabteilung Stadtumbau und Stadtentwicklung
Ansprechpartener:innen
Martina Kübert
Marcia Michel
Leistungen
Klimaanpassungskonzept auf Quartiersebene
Art des Auftrags
Bearbeitung nach Bewerbungsverfahren
Bearbeitungszeitraum
April 2025 bis Juni 2026

Der H1 entstand in den 1970er Jahren als letzter Stadtteil im Süden der Stadt Würzburg im Format einer Großwohnsiedlung. Er wurde im Jahr 1999 als eines der ersten Gebiete bundesweit in das Bund-Länder-Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen. Bis 2010 wurden über dieses Programm zahlreiche bauliche, aber auch soziale Maßnahmen realisiert, die die Lebensqualität im Quartier entscheidend verbessert haben. Ziel des Klimaanpassungskonzeptes für den H1 ist es, aufbauend auf der gesamtstädtischen Klimaanpassungsstrategie, mit konkreten Maßnahmenvorschlägen den klimatischen Veränderungen entgegenzuwirken.

Analyse und Strukturtypen

Die Analyse betrachtet bisher umgesetzt Maßnahmen im Rahmen des „Soziale Stadt“-Programms und den Ist-Zustand von Städtebau und Nutzungen, Mobilität sowie Grün- und Freiraum. Die Analyse der Hitze Hotspots und Entlastungsflächen kombiniert besonders von Hitze betroffene Bereiche und stark frequentierte Orte. Städtebauliche, freiraumplanerische und bioklimatische Qualitäten und Missstände ergänzen das Analyseportfolio und fassen die wesentlichen Aspekte themenübergreifend zusammen.

Die räumliche Analyse und Umsetzung der Maßnahmen im H1 erfolgt über Raumcluster, die auf zwei Karten dargestellt werden. Ein Raumcluster fasst Flächen mit ähnlicher Funktion, Nutzung oder Eigentumsverhältnissen zusammen. Diese Zusammenfassung ermöglicht eine konzeptionelle, flächenhafte Zuordnung von Maßnahmen und stellt sicher, dass Flächen mit vergleichbaren Anforderungen ähnliche Maßnahmenbausteine erhalten. Die Clusterkarten sind gegliedert in städtische Flächen und Gebäude inklusive des geschichteten Eigentums sowie private Flächen und Gebäude.

Analyse Grün- und Freiraum
Analyse Grün- und Freiraum
Analyse Hotspots Hitze und Entlastungsflächen
Analyse Hotspots Hitze und Entlastungsflächen
Raumstruktur Städtisches und gemischtes Eigentum
Raumstruktur Städtisches und gemischtes Eigentum
Raumstruktur Privates Eigentum
Raumstruktur Privates Eigentum

Maßnahmenplan städtisches Eigentum

Der Maßnahmenplan verortet geeignete Klimaanpassungsmaßnahmen auf städtischen Flächen sowie Flächen mit geschichtetem Eigentum und konkretisiert die räumliche Umsetzung im H1. Der Plan stellt eine optimierte Zielvorstellung mit einem längeren Umsetzungshorizont dar. Die Maßnahmen reagieren gezielt auf die identifizierten städtebaulichen Missstände sowie die Hitze- und Aufenthaltsdefizite.

Vorrang haben vegetationsbasierte Maßnahmen, da sie Verschattung, Verdunstungskühlung und Wasserspeicherung verbinden können. Vorgesehen sind neue und Ersatzbäume, wo möglich mit Wasserspeicherung im Wurzelraum. Auf unterbauten Flächen ergänzen Pflanzkübel, begrünte Pergolen und Sonnensegel die Verschattung. Entsiegelung, Regenwasserversickerung und helle Beläge können den Wasserhaushalt verbessern und die Aufheizung reduzieren. Öffentliche Freiräume sollen durch Grüninseln, Sitzbereiche, Wasserelemente, Trinkwasserstationen und zusätzliche Verschattung aufgewertet werden. Dach- und Fassadenbegrünungen können die Erwärmung von Gebäuden mindern und das Mikroklima verbessern.

Maßnahmenplan städtisches Eigentum
Maßnahmenplan städtisches Eigentum

Vertiefungsraum Bauwagenplatz

Der Bauwagenplatz liegt direkt am Bewegungsfeld Römerstraße „Gummispielplatz“ und wird vor allem von Kindern, Jugendlichen und Betreuungspersonen genutzt. Er stellt einen der wichtigsten Begegnungsorte im H1 dar. Der Bauwagenplatz soll deshalb als klimaangepasster Aufenthalts- und Spielort weiterentwickelt werden. Vorgesehen sind eine Teilentsiegelung und größere Baumscheiben zur Förderung von Versickerung, Verdunstung und Baumvitalität. Eine überdachte, begrünte Holzterrasse soll Raum für Spiel, Aufenthalt und nachbarschaftliche Begegnungen schaffen. Ein temporärer Wasserschlauch mit Vernebelung soll an heißen Tagen für Abkühlung sorgen. Die Tischtennisplatten sollen erhalten bleiben und der Gummispielplatz ein zusätzliches Sonnensegel erhalten.

Lageplan Vertiefungsbereich Bauwagenplatz
Lageplan Vertiefungsbereich Bauwagenplatz