berchtoldkrass

Integrierte Raumstrategie Rheinisches Revier 2038+
Rheinisches Revier, Deutschland

Eckdaten anzeigen
Auftraggeber:innen
RWTH Aachen, Wirtschaft.NRW
Ansprechpartner:innen
RWTH Aachen
Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen
Prof. Christa Reichert, Benjamin Vossen
Projektpartner:innen
YellowZ
rabe landschaft
ARGUS studio
Dr. Stefan Carsten
Leistungen
Visionäres Raumbild für das Rheinische Revier
Art des Auftrags
Kooperatives Planungslabor mit Mehrfachbeauftragung (3 Teams)
Bearbeitungszeitraum
Juni 2021 bis März 2022

Das Rheinische Revier befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, welcher die heutigen sozioökonomischen Strukturen, die räumlichen Strukturen und das Selbstverständnis der Region herausfordert. Der Arbeitsbegriff ‚Morgen‘ fängt dabei eine räumliche und zeitliche Dimension dieser Zukunftsaufgabe ein: Die Fläche des Rheinisches Reviers umfasst rund 5.000 km², was ca. 2 Millionen Morgen entspricht. Die nummerische Bezifferung der Flächengröße soll die Endlichkeit und Unvermehrbarkeit der Ressource Boden verdeutlichen, welche nach einem bewussten und verantwortungsvollen Umgang verlangt. Das Morgen als zeitliche Dimension unterstreicht die Unmittelbarkeit und Direktheit des Transformationsprozesses im Revier.

Die begriffliche Symbiose von Raum und Zeit im ‚Morgen‘ steht dabei exemplarisch für eine zukunftsgerechte, prozessuale und nachhaltige Entwicklung des Rheinischen Reviers.

Grundsätze

Der Boden ist nicht vermehrbar!
Für ein starkes Dazwischen!
Alle Mitnehmen!
Konsequente Nutzungsüberlagerung!
Gemeinsames Kirchturmdenken!
Ein Gütesiegel für die Region!

Konnektivität stärken

Konnektivität bedeutet eine intensive Vernetzung auf verschiedenen Maßstabsebenen und Hierarchien sowie in unterschiedlichen Modi. Sie lässt die Orte näher zusammenrücken, ermöglicht einen verbesserten, gleichwohl “verträglicheren” Zugriff auf den Raum und bindet an die umliegenden Metropolen und Landschaftsräume an. Gute und differenzierte Konnektivität schafft die Voraussetzungen einer sinnvoll gesteuerten räumlichen Entwicklung.

Schienenausbau ÖPNV
Neue Mobilität und Vernetzung

Kleinteilige Zentralitäten

Kleinteilige Zentralität ist im Rheinischen Revier bereits grundsätzlich angelegt und wird zur Leitmaxime der künftigen räumlichen Disposition. Aufbauend auf dem Mobilitätsnetz und lokaler Gunstfaktoren entsteht ein vernetztes, polyzentrisches “Sternenbild” der Revierstädte, mit unterschiedlichen Dynamiken und eigenständigen Profilen.

Siedlungsentwicklung
Innovationslandschaften

Revierlandschaften

Revier-Landschaften müssen eine zunehmende Zahl von Aufgaben erfüllen und werden als “Multitalente” verstanden. Durch Bedarfe von Naturschutz, Klimaschutz, Landwirtschaft, Tourismus, Energiegewinnung sowie Bauland- und Infrastrukturentwicklung bündeln sich in der Landschaft Interessenskonflikte, denen einerseits durch konsequenten Schutz, andererseits durch kluge Nutzungsüberlagerung und umsichtige Weiterentwicklung begegnet werden muss.

Blau-Grüne Infrastruktur
Revierlandschaften

Anleitung für die Zukunft

Raumbild

Eine Kultur des Andersmachens!
Kluge und ressourcenschonende Entwicklung muss das Augenmerk auf Transformationsflächen und Innenentwicklungspotenziale richten. Diese wertvollen Flächen müssen optimal und intelligent genutzt und kombiniert werden. Für eine zukünftige räumliche Entwicklung bildet die Schiene und der ÖPNV das zentrale Rückgrat. ‚Knotenstädte‘ und ‚Perlenketten‘ und kleinteilige Zentralitäten bilden die Keimzellen der Innovation und Transformation und tragen diese über ein engmaschiges Netz an ‚Multirouten‘ und ÖPNV-Netz in die Fläche.

Schätze ins Morgen tragen!
Gewässer, Wälder, Auen, Moore und Böden übernehmen lebenswichtige Funktionen und sind die eigentlichen „Schätze“ der Region. Diese Ein- und Wertschätzung schlägt sich im planerischen Handeln nieder. Innovation im Revier entsteht durch die Verknüpfung von Kompetenzen, Landschaften und Siedlungen und Raum für Experimente. Mit den Revier- und Innovationslandschaften entstehen Landschaften neuen Typs mit Strahlkraft über die Region hinaus.

Gemeinsam handeln!
Das Revier muss durch Austausch und interkommunale Kooperation und Ausgleich zur Region zusammenwachsen. Das Revier ist mehr als die Summe seiner Teile. Ein intelligentes interkommunales Flächenmanagement gibt Antworten auf die starke Flächenkonkurrenz im Revier, führt zu einer idealen Verortung zukünftiger räumlicher Entwicklungen und der Inwertsetzung ökologischer Landschaftsleistungen. Das entwickelte Governancemodell trägt maßgeblich zu einer nachhaltigen Entwicklung des Reviers bei und lässt den interkommunalen Verflechtungsraum zur internationalen Modellregion werden.

Eine Kultur des Andersmachens!
Schätze ins Morgen tragen!
Gemeinsam handeln!

Weitere Infos zum Projekt gibt es hier:
RaumStrategie 2038+