Raumkonzept Hochrhein 2040
Deutschland, Schweiz
- Auftraggeber:innen
- Fricktal Regio Planungsverband, Geschäftsstelle Agglo Basel
- Ansprechpartner:innen
- Agglo Basel
- Projektpartner:innen
- urbanista.ch
- Leistungen
- Binationales Konzept auf regionaler Ebene, Partizipation, strategische Entwicklung
- Art des Auftrags
- Bearbeitung nach Bewerbungsverfahren
- Bearbeitungszeitraum
- November 2022 bis April 2025
Das Raumkonzept Hochrhein betrachtet die Grenzregion mit seinen 39 Gemeinden entlang des Rheins, die aufgrund der Nähe zum Agglomerationszentrum Basel einen funktional bedeutsamen Wohn- und Arbeitsplatzstandort darstellt sowie gleichzeitig einen bedeutsamen zusammenhängenden Landschafts-, Gesellschafts- und auch Verkehrsraum bildet.
Der über zwei Jahre fortlaufende Planungsprozess ermöglicht eine tiefgehende räumliche Auseinandersetzung von der Analyse über zugespitzte Stoßrichtungen hin zum Zielbild Hochrhein 2040 sowie räumlich konkreten Maßnahmenblättern. Gleichzeitig zur inhaltlichen Erarbeitung wurde ein umfassender partizipativer Dialogprozess auf verschiedenen Ebenen mit Gemeindevertreter:innen, Bürger:innen, Stakeholdern und der Öffentlichkeit in Form von Spaziergängen in der Region und einer Online-Beteiligungen durchgeführt. Auf diese Weise wurden die Inhalte stets durch die lokale Expertise und Betroffenheit der unterschiedlichen Personengruppen angereichert, wodurch sowohl das Zielbild Hochrhein 2040 eine besondere inhaltliche Tiefe als auch die Maßnahmen maßgeschneiderte Handlungsansätze auf regionaler und lokaler Ebene formulieren.
Ein Flussraum, zwei Länder, ein Ziel: gemeinsam in die Zukunft
Der Hochrhein selbst verfügt über zahlreiche Stärken und einzigartige Qualitäten. Daraus besonders zu erwähnen sind zum einen die wirtschaftliche Stärke des Raums als Arbeitsplatzstandort, der Arbeitskräfte aus beiden Ländern anzieht. Ebenfalls stellen die Landschaftsstrukturen einzigartige Qualitäten dar und qualifizieren die Region als Lebens- und Erholungsraum.
Aus der Gegenüberstellung der verschiedenen Aufgaben, Chancen und Herausforderungen in Bezug auf die einzelnen Siedlungskategorien, Landschaftsräume oder Infrastrukturen konnten fünf raumübergreifende Chancen für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung des Hochrheins gefasst werden.
Eine bessere Verknüpfung der ÖV-Erschließung auf beiden Seiten des Rheins kann dazu führen, dass der Hochrhein über eines der engmaschigsten ÖV-Netze innerhalb Deutschlands und der Schweiz verfügt. Die schnelle, zuverlässige und aufeinander abgestimmte Taktung der beiden ÖV-Netze bietet die Grundvoraussetzung für eine effiziente und klimaverträgliche Mobilität am Hochrhein.
Derzeit verfügt der Hochrhein über eine Aneinanderreihung von eigenständigen Zentren, die an eine Perlenkette erinnert. Zukünftig kann die Bildung von Netzwerken bestehend aus unterschiedlichen Zentren mit verschiedenen Funktionen, in Hinblick auf Arbeitsplätze, Versorgung und Soziales zu einer Eigenständigkeit und Resilienz des Hochrheins abseits von Basel beitragen.
Neben den vielfältigen Wohnräumen stehen vor allem die Landschaftsräume für die Identität des Hochrheins. Die landschaftliche Mischung aus Gewässer, Hügeln, Bergen sowie Wald- und Wiesen bilden nicht nur Lebensräume für Flora und Fauna, Naherholung für die Bevölkerung, sondern auch bedeutende Freiflächen, die klimatisch wirksam für die Region sind.
Schlussendlich bildet die gemeinsame Weiterentwicklung der Region Hochrhein nicht nur die größte Chance, sondern auch das Ziel des Raumkonzeptes aus. Die vielfältigen Siedlungen sollen zukünftig voneinander profitieren und sich um Herausforderungen gemeinsam kümmern.
Von überspitzten Stoßrichtungen zum wegweisenden Zielbild
Die Stoßrichtungen stellen, anders als frei erstellte Szenarien, keine reinen Utopien dar, sondern fungieren viel mehr als vorgelagerte „Testfelder“ für das später zu erstellende Zielbild. Das Aufgreifen der drei großen Themenfelder „Siedlung und Zentren“, „Mobilität“ und „Landschaft und Klimaanpassung“ verbindet die fundierten Inhalte der Analyse mit der Zuspitzung der Themenfelder für eine zukünftige Entwicklung der Region Hochrhein. Für die Weiterentwicklung des Hochrheins wurde deutlich, dass die Zielsetzungen vor allem ausgehend von der Stoßrichtung der Mobilität wegeweisend ist.
Aus den Erkenntnissen formulierte Leitsätze stellen räumliche Entwicklungsrichtungen dar und definieren – wo wollen wir hin mit dem Hochrhein. Über allen Entwicklungen steht das Ziel, den Hochrhein ressourcenschonend und in Richtung der Klimaneutralität zu entwickeln. Die Reduktion von Treibhausgasen und die Schonung natürlicher Ressourcen sind als integrale Ziele zu verstehen, die für eine zukunftsfähige Entwicklung des Hochrheins von zentraler Bedeutung sind. Mit der Strategie von Suffizienz und Effizienz soll die ressourcenschonende Entwicklung vorangetrieben werden, ohne dass die Wachstumsziele und die wirtschaftliche Entwicklung aus dem Blick geraten. In Kombination mit dem Prinzip der kurzen Wege soll das Zielbild Hochrhein einer attraktiven und zukunftsfähigen Region weiterentwickelt werden.
Binationaler Beteiligungsprozess
Die Erarbeitung des Raumkonzepts Hochrhein wurde von einem intensiven, breit aufgestellten Beteiligungsprozess begleitet. Das Ziel des Beteiligungsprozesses war es, neben den beteiligten Gemeinden auch die breite Bevölkerung und wichtige Stakeholder:innen eng in den Erarbeitungsprozess miteinzubeziehen und für das Raumkonzept zu sensibilisieren. Dabei wurden verschiedene Formate, wie die Bürger:innen Panels, die Gemeindeworkshops, Workshops mit Interessenvertretungen und Plenumsveranstaltungen und Stadtspaziergänge durchgeführt. Zahlreiche Ideen, Anregungen und Erkenntnisse aus der Bürgerschaft haben den Inhalten und dem ganzen Projektprozess eine fundierte Tiefe verliehen.
Weitere Infos zum Projekt gibt es hier:
Raumkonzept Hochrhein





