berchtoldkrass

Interkommunales Gewerbe- und Industriegebiet
Heidelberg-Leimen, Deutschland

Eckdaten anzeigen
Auftraggeber:innen
Zweckverband „Interkommunales Gewerbe- und Industriegebiet Heidelberg-Leimen“
Ansprechpartner:innen
Zweckverband – Horst Althoff
Stadt Heidelberg, Stadtplanungsamt – Andreas Menker
Projektpartner:innen
dwd Ingenieure
Leistungen
Städtebaulicher Entwurf und Rahmenplan
Art des Auftrags
Mehrstufiges Atelierverfahren, Planungswerkstatt, Mehrfachbeauftragung
Bearbeitungszeitraum
Juli 2023 bis April 2024

Durch den Wegfall und die Umstrukturierung der großflächigen Industriestrukturen des Gewerbe- und Industrie-Areals Heidelberg-Leimen wird die räumliche Mitte frei und stellt für die Weiterentwicklung und Neukonzeptionierung des Gesamtgebiets eine einmalige Chance dar, das Gebiet neu zu denken, zu transformieren und damit an die aktuellen Anforderungen anzupassen.

Im Rahmen einer dreitägigen kooperativen Planungswerkstatt mit fünf weiteren Büros wurde das Konzept von berchtoldkrass als eines von drei ausgewählt und konnte bei der anschließenden Mehrfachbeauftragung weiter vertieft werden. Dabei lag der Fokus auf einem Angebot flexibler Nutzungsstrukturen, der Integration eines multifunktionalen Freiraumgerüsts und der identitätsstiftenden Industriearchitektur, sowie einem zukunftsorientierten Mobilitätsangebot.

Neue Arbeitswelten: grün, urban und vernetzt

Lageplan M 1:2.000

Das Konzept des städtebaulichen Rahmenplans führt die Ansiedlung gewerblicher Nutzungen aus den Bereichen Forschung und Produktion von nachhaltigen Baustoffen und neuem Bauen nach den Grundsätzen von New Work, die Integration und Verfestigung bestehender Gewerbebetriebe und die Ausformulierung eines qualitätsvollen, ökologisch sinnvollen Freiraumgerüsts sowie einem Angebot urbaner, sozialer und gebietsversorgender Nutzungen zusammen.

Für Gewerbe- und Industriegebiete werden in Zukunft die räumliche Integration, der Ausbau und die Verlagerung der verkehrlichen Infrastruktur (u.a. Fuß- und Radverkehr sowie die Anbindung an den ÖPNV, neue Anforderungen an den ruhenden Verkehr), der Wunsch nach Angeboten sozialer Infrastruktur sowie Gastronomie- und Nahversorgungsangeboten in direkter Nähe immer wichtiger. Weiterhin gewinnen städtebaulich attraktive und identitätsstiftende Standorte für (technologieorientierte) Unternehmen zusehends an Bedeutung.

Die lebendige Mitte

Das Umnutzen der bestehenden Industriearchitekturen und die Integration des baukulturellen Erbes als öffentliche Ankernutzungen des Gebiets schaffen als lebendige Mitte einen Anziehungspunkt, Identität und Aushängeschild des Quartiers. Der Bereich um die umgenutzten denkmalgeschützten Sheddach-Hallen Ernst Neuferts wird als lebendige Mitte ausformuliert und stellt den zentralen und identitätsstiftenden Baustein des Gebiets dar. Die Verzahnung dieses zentralen Bereichs mit dem großzügigen Grünzug verbindet die angrenzenden Quartiere und Biotopräume, schafft einen qualitätsvollen Aufenthaltsort, erfüllt klimatische Funktionen und ist Teil des integrierten Mobilitätskonzepts.

Perspektive
Freiflächenkonzept

Mobilitätskonzept und Industriegleise

Der Erhalt und der Ausbau der Industriegleise stellt einerseits eine erhebliche Zäsur des Gesamtgebiets dar – teilt es in Ost und West – aber bietet andererseits Anreize den Lieferverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Damit wird zu einer nachhaltigen und ökologischen Versorgung der Betriebe beigetragen. Auch die stillgelegten Abzweigungen der Anbindung von HD-Materials an die Schiene sollen wieder reaktiviert und für angrenzende Unternehmen nutzbar gemacht werden.

Mobilitätskonzept

Verbindungsstraße, Straßenbahn und Unterführung

Der Umgang mit den bestehenden Industriegleisen und deren Querung stellte eine zentrale Frage des Verfahrens dar. Die neue Ost-West-Verbindungsstraße und die Straßenbahnlinie verlaufen im zentralen Bereich nördlich des Ernst-Neufert-Platzes und werden gemeinsam unter den Industriegleisen hindurchgeführt. Die Unterführung der Radverkehrs- und die Fußgehendenerschließung wird entlang des Grünzugs auf einem höheren Niveau geführt. Eine direkte Unterquerung der Gleisanlage wird über eine großzügig gestaltete Freitreppe ermöglicht.

Ausschnitt Unterführung M 1:200
Querschnitt Unterführung M 1:200
Längsschnitt Verbindungsstraße M 1:500

Weitere Infos zum Projekt gibt es hier:
economypark.de