Testplanung ESP Sisslerfeld
Kanton Aargau, Schweiz
- Auftraggeber:innen
- Kanton Aargau, Departement Bau, Verkehr und Umwelt
Abteilung Raumentwicklung - Ansprechpartner:innen
- Kontextplan AG - Zürich
- Projektpartner:innen
- bauchplan
mrs Partner
Fahrländer Partner
Ingenieurbüro Hausladen - Leistungen
- Gebietsentwicklung, Städtebauliches Konzept, Federführung interdisziplinäres Team
- Art des Auftrags
- Testplanung nach Einladung
- Bearbeitungszeitraum
- Januar 2020 bis September 2020
Der ESP Sisslerfeld stellt eine der größten zusammenhängenden und unbebauten Landreserven im Kanton Aargau dar und soll sich mit der Testplanung zu einem wertschöpfungsintensiven Arbeitsplatzgebiet entwickeln.
Unser Beitrag zeigt im Rahmen dieses Prozesses stellvertretend für die Leaddisziplin Städtebau auf, welches besondere Potential zukünftig mit dem Aufbau einer starken überregionalen Beziehung und der Stärkung einer hohen typologischen und landschaftlichen Varianz für das Gebiet verbunden ist.
Vier Grundsätze für den Entwurfsprozess
Ein stärkeres Ganzes
Die Entwicklung des Sisslerfelds als hochwertiges Arbeitsplatzgebiet bündelt die Kräfte der Gemeinden zu einem starken Standort. Die bauliche Entwicklung und die Arbeitsplatzschwerpunkte werden im Westen konzentriert und Bad Säckingen einbezogen. Kurze Wege fördern Synergien und formen ein starkes Ganzes.
Keimzellen profilieren
Die etappenweise Entwicklung des Sisslerfelds stützt sich auf bestehende Keimzellen als Schlüsselbereiche. Von ihnen aus werden neue Nutzungen initiiert und profiliert, wodurch Synergien, optimale Standortbedingungen und eine schnelle Marktreife entstehen. Im Westen sind personenintensive, im Osten verkehrs- und güterbezogene Nutzungen vorgesehen.
Vielfältige Typologien
Ein differenziertes Angebot an Grundstückstypologien macht das Sisslerfeld für unterschiedliche Branchen attraktiv. Die gezielte Anordnung von Mikrostrukturen, mittelständischen Betrieben und Grossarealen stärkt die Resilienz des Standorts.
Landschaft als Gerüst
Freiräume bilden das raumbildende Gerüst der Entwicklung, schaffen Qualitäten, Beziehungen und klare Ränder. Neben Rheinauen prägen renaturierte Bachläufe das Gebiet, ergänzt durch eine zusammenhängende Agrar- und Freizeitlandschaft als Ort der Begegnung.
Vier Szenarien als mögliche Stossrichtungen
Anhand von unterschiedlichen Szenarien wurde im Planungsprozess verschiedene Entwurfsgrundsätze entwickelt, die ein starkes Zielbild für das Sisslerfeld 2040+ entwerfen.
Stadt weiterbauen
Durch die Stärkung der Beziehung zu Bad Säckingen entsteht im Westen ein kompaktes, hochfrequentiertes Arbeitsplatzgebiet mit urbanen Räumen, das vor allem von einer hohen Güteklasse des ÖV-Netzes profitiert. Strassen- und güterverkehrsgebundene Nutzungen werden im Osten positioniert.
Keimzellen
Die drei grossen, bereits im Gebiet ansässigen Unternehmen, und das bestehende Wohngebiet Stein werden in diesem Szenario als Keimzellen interpretiert. Zukünftige Entwicklungen entstehen im direkten Umfeld dieser Zellen, so dass diese bedarfsabhängig ausgebaut werden können und zu keinem „unfertige“ Zustände existieren.
Sissler Allee
Das Sisslerfeld schafft mit der Qualifizierung der Sissler Allee eine starke Adresse, die sich identitätsstiftend auf die ansässig werdenden Firmen auswirken kann. Zudem gliedert die Achse die verschiedenartigen Freiräume im Gebiet und schafft eine multimodale Verbindung zu den Nachbargemeinden.
Das Sissle-Delta
Mit dem Leuchtturmprojekt des Sissle-Deltas, könnte das Sisslerfeld ein Alleinstellungsmerkmal im regionalen Standortwettbewerb erhalten. Durch die entstehende Nord-Süd-Teilung des Gebiets entstehen nicht nur Vorteile für die Klimaanpassung, sondern auch hochdifferenzierte Arbeitsplatzgebiete (personenintensiv im Norden, verkehrs- und lärmintensiv entlang der Bahn).
Entwicklung in vier Phasen
Die Entwicklung des Sisslerfelds erfolgt in mehreren, flexibel anpassbaren Etappen, wobei insbesondere in den frühen Phasen Zwischen- und Pioniernutzungen mitgedacht werden. Ein erster Impuls ist die Entwicklung eines Campusbereichs mit neuer ÖV- und Langsamverkehrsbrücke nach Bad Säckingen als prägendes Wahrzeichen und Schritt zur Öffnung des Novartis-Areals. Parallel dazu werden das Rhein- und Bustelbachufer renaturiert und erste Wohn- und Freiraumbezüge geschaffen.
In den folgenden Etappen werden der Campus und das Novartis-Areal weiterentwickelt, der Wohnschwerpunkt ergänzt sowie der Tech-Park, die Sissler Allee und logistikbezogene Nutzungen schrittweise realisiert. Die abschliessenden Phasen dienen der Vervollständigung des Wohn- und Arbeitsangebots, der Entwicklung eines inneren Landschaftsparks und der Neuordnung des südlichen Teilgebiets mit der letzten Ausbaustufe des Tech-Parks.
Ein integrales Gesamtkonzept
Das integrale Gesamtkonzept trägt nicht nur dem Kulturgut der Grenzenlosigkeit mit beispielsweise einer neuen Fußgänger-, ÖV- und Velobrücke als Leuchtturmprojekt für die Region in einem hohen Maß Rechnung, sondern schafft mit den vier unterschiedlich ausgerichteten Teilgebieten des Entwurfs einen hohen Standortfaktor für die Ansiedlung von Betrieben aus den unterschiedlichsten Branchen.
Mit der neuen Hochleistungsachse der Sissler Allee und der inneren Parklandschaft werden darüber hinaus wichtige Verknüpfungen und Treffpunkte geschaffen.










